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Dominikanische Republik Ein Paradies, aber wer will schon arbeiten in einem Paradies. Es ist ca 10 Jahre her als wir das erste Mal
einen Traumurlaub in die Karibik planten und umsetzten. Als Ziel wählten
wir die Dominikanische Republik und dort den schönen Bavaro Beach bei
Punta Cana. Es war einer der schönsten Urlaube die wir bis dahin jemals
gemacht haben. Es herrschte eine ganz besondere Stimmung bei allen die
uns im Hotel umgaben. Eine Stimmung die sich sofort übertrug und einen
selbst in Schwingung versetzte. Das Wetter, das Land, das Karibische
Meer und die Leute vor Ort, eine perfekte Mischung die einen innerlich
befreite und dadurch zur vollständigen Erholung beitrug. 10 Jahre später und für uns 5
urlaubsbefreite Jahre am Stück - das Los der Selbständigkeit –
erinnerten wir uns immer noch an diesen Urlaub im Paradies der Dom Rep.
Und wir beschlossen, es ist Zeit, Zeit diese Lebensfreude wieder zu
genießen und nachzutanken. Auch diesmal sollte es an den Bavaro Beach
gehen, zur gleichen Jahreszeit Okt – Nov, nur ein anderes Hotel haben
wir uns ausgesucht. Das Iberostar Bavaro Hotel, das mit beachtlichen
fast 100% von allen Urlaubern positive Beurteilungen in den
Internetforen erhalten hatte. Als Reiseveranstalter wählten wir die
Firma Thomas Cook, die uns mit der Air France über Paris nach Punta Cana
schickte. Wie geht man mit Verlusten und Enttäuschungen
um? Es zieht einen in seinen Bann, man sieht die Umgebung mit anderen
Augen. Das Paradies verliert seine energiespendende Wirkung. Das
freundliche Lächeln um einen herum wird zur Farce. Man fragt sich
unwillkürlich nach dem Warum. Sucht nach Schuldigen und will sie vor
allem finden. Im Gespräch mit der Reisegruppe und der Reiseleiterin
stellte sich heraus, wir waren nicht allein betroffen. 4 weiteren
Urlaubern wurde im gleichen Bus etwas entwendet, da hilft auch nicht die
Erkenntnis, dass man mit seinem Verlust von fast 6000€ das „Golden Goal"
war, der Gewinner mit dem höchsten Verlust. Aber es erzeugt eine
sogenannte Betroffenengemeinschaft. So schnell hatten wir noch nie
Bekannte an einem neuen Ort. Auch der 2te Tag brachte nichts Neues und die
Stimmung will sich nicht erholen. Die Hoffnung stirbt zum Schluss, das
stimmt nicht, sie stirbt in Raten. Lange Strandspaziergänge zeigen die
Schönheit der Karibik in dem Anschnitt des Bavaro Beach, Fotoideen
entstehen. Gibt es eine Möglichkeit sie doch umzusetzen. Vielleicht kann
man ja zumindest eine kleine Digitale Kamera kaufen oder ausleihen. In
der Hotelanlage gibt es einen Shop. Hier fragen wir nach. Wow, man
möchte für eine 10Megapixel Kodak Kamera 500$ haben. Am Flughafen in
München kostet das gleiche Model ca 145€. Zum ersten Mal beginnen wir
uns für das Preisniveau hier in der Hotelanlage zu interessieren. Vor 1
1/2 Jahren hatte ich mir das Rauchen abgewöhnt. Nicht wirklich
abgewöhnt, ich bin auf das sogenannte E-smoking (eine durch elektrische
Hitze erzeugte Verdampfung in Zigarettenform) umgestiegen. Leider war
das Ladegerät gleich neben der Kamera gelegen und somit auch geklaut
worden. Der Dieb dachte sicher, das ist ein wichtiges Kamerateil. Nach
all dem Stress stieg der Drang nach einer Zigarette enorm an. 8$ wollte
man im Laden für eine Schachtel. Rauchen ist Luxus, wohl auch in der
Dominikanischen Republik. Oder hat diese Preispolitik noch andere
Gründe. In den Wirtschaftsnachrichten hatte ich gelesen, dass man der
Dom Rep wichtige Kredite gesperrt hatte, wegen rüpelhaften Benehmens.
Dadurch entsteht sicher ein Devisenmangel der ausgeglichen werden muss.
Touristik ist mit 30% des Bruttosozialproduktes eine der wichtigsten
Einnahmequellen, vor allem aber die, mit der man Devisen beschaffen
kann. Vielleicht ist das Bewusstsein der derzeit herrschenden
Weltwirtschaftskrise auf der Dom Rep noch nicht angekommen, aber sie
wird es tun und bei „der" Preispolitik wird das
Devisenbeschaffungsprogramm zusammenbrechen. Garantiert. Die
Hotelauslastung (es ist Oktober Nebenzeit) lag bei ca 1/3 der
Hotelkapazität. Das neugebaute Bavaro Grand Hotel, auf das man mit
kleinem Aufpreis hätte vor Ort hätte umbuchen können, stand fast leer.
Innerhalb der kommenden 4 Tage wurde das Hotelpersonal drastisch
reduziert. Ab November startet die Hauptsaison, höhere Preise sind dann
angesagt. Unsere Beobachtung, die Gästezahlen schrumpften weiter. Wird
damit auch die Beschaffungskriminalität weiter ansteigen? Wenn es jetzt
jeden 5ten Urlauber trifft wie wird es sich entwickeln? Werden
Reiseversicherungen das Urlaubsziel Dom Rep aus ihren
Versicherungspolicen streichen? Nach neueren Meldungen will man der Dom Rep
doch wieder Kredite geben. Von 1,5 Milliarden ist die Rede. Geld das man
unbedingt braucht um die Infrastruktur des Landes zu verbessern. Nun ja
nicht das Straßennetz, sondern das Steuernetz, bzw. das der Eintreiber.
Bisher konnten zuständige Finanzämter wohl nicht die ausstehenden
Steuerschulden eintreiben, um das zu verbessern und natürlich die
Rückzahlung des Kredites zu sichern gewährt man der Dom Rep trotz ihres
noch nicht so ganz verjährtem rüpelhaften Benehmens erneut Kredit.
Sicher wichtig in einem Land, das zwar eine allgemeine Schulpflicht hat
und über die älteste Universität Amerikas verfügt, aber die
vorgeschriebenen Schuluniformen derart teuer macht, dass sich die
meisten Familien nicht leisten können ihre Kinder in die Schule zu
schicken. Nach 4 Tagen erleben wir etwas Besonderes. Die
Anspannung ist weg. Dinge die man nicht ändern kann, kann man nicht
ändern, aber sich selbst ändern, das geht. Mit der Akzeptanz beginnt
auch die Veränderung. Wir lassen uns auf den Urlaub ein. Das Wetter, die
Landschaft, die Natur alles ist besonders in der Karibik. Wir beginnen
es in uns aufzunehmen. Die Hotelanlage des Iberostar Bavaro (sie wurde
gerade wieder prämiert) ist wirklich beachtlich. Es ist sehr sauber, an
allen Ecken wird geputzt. Der Service sehr zuvorkommend. Viele Familien
befinden sich im Hotel. Das Abendprogramm im hoteleigenen Theater
sehens- und hörenswert. Essen! Essen kann man hier rund um die Uhr.
Vielleicht ein kleines Manko ist das Buffet. Hier entstehen zu viele
Gerüche auf einmal. Es fällt schwer sich auf etwas zu konzentrieren.
Frisch ist die Ware allemal. Das besondere, man kann in fünf weiteren
à-la-Card Restaurants speisen und das Gourmet Restaurant könnte man
sogar mit einem Stern versehen. Was wir vermissen ist jedoch die heitere
Ausgelassenheit, die wir vor 10 Jahren erlebt haben. Das freundliche
Lachen ist inzwischen doch einem kalkulierten Lächeln gewichen, die
Herzlichkeit gegen eine Geschäftigkeit getauscht worden. Dinge die nicht
vom Herzen kommen können nur schwer übertragen werden. Die Gesichter der
meisten Urlauber spiegeln das wider. Man sieht kaum Lachen und
Herzlichkeit in ihren Gesichtern. Erst einmal in Urlaubstimmung kommt auch die
Lust etwas Neues zu erleben. Neben dem Hotelanimationsprogramm gibt es
einiges an Outdoor Erlebnissen. Touren auf denen man viel fotografieren
könnte kamen jetzt nicht in unsere engere Auswahl aber da gab es eine
Sache die wollten wir uns ansehen. Schwimmen mit Delfinen. Wir wählten
den Besuch des Dolphin Explorer Parks der sich ebenfalls am Bavaro Beach
befindet. Es gibt inzwischen mehrere Anbieter die das „Schwimmen mit
Delfinen" im Programm haben, einige davon sind sehr umstritten, da sie
die Tiere in Swimming Pools halten. Der Dolphin Explorer Park hat ein
großes Meeresbecken. Die Delphine bleiben in ihrem natürlichen Element
nur das sie sich innerhalb von Einzäunungen bewegen können. Warum dieser
Park auch einen weißen Tiger zur Schau stellt bleibt jedoch ein Rätsel
und gibt den Freunden der artgerechten Tierhaltung sicher sofort ein
ablehnendes Gefühl gegenüber der gesamten Einrichtung. Nicht ganz billig
kostet diese Tour 129$ pro Person. Nach ca 30 Minuten Fahrt auf der
Ladefläche eines dieselstinkenden LKWs erreicht man den Park und bekommt
an der Eingangsinformation einen zeitlichen Ablaufplan sowie Farbbänder
für das Handgelenk überreicht. Als erstes geht es zur Ausgabe von
Schwimmwesten, dann zu dem Pool für die Seehunde. Hier würde man den
Begrüßungskuss des Seehundes erhalten. Den Fotografen sei gesagt, man
gibt hier niemanden eine Chance auf eigene Fotos, man verbietet es nicht
sondern stellt einen nur derart Abseits dass nichts zum fotografieren da
ist. Fotos will man ihnen natürlich von den eigenen Fotografen
verkaufen. 10 Stück 100$. Mit Argusaugen habe ich jede Kamera angeschaut
die mich fotografiert hat, irgendwie hatte ich das Gefühl ich werde
gerade mit der eigenen Kamera fotografiert und muss dann hinterher auch
noch die eigenen Bilder teuer bezahlen. Nach dem wirklich feuchten Kuss
des Seelöwen ging es zum Meeresbecken in dem die Delphine schwimmen.
Hier wurden wir nach den Farbbandmarkierungen in kleine Gruppen
eingeteilt und einem Delphin Trainer zugewiesen. Er ging mit uns in das
Becken und es begann eine wirklich beeindruckende Erfahrung in der
Begegnung mit einem Delphin. Es ist das natürliche Lachen das ein
Delphin in seinem Gesicht trägt, dass ihn sofort sympathisch macht,
würden wir nur seine Zahnreihen sehen, dann fühlten wir uns sicher
anders, die sind ganz schön massiv. Der Trainer zeigte uns die Zeichen,
mit denen wir uns delphinisch verständigen konnten und jeder bekam
Gelegenheit verschiedenste Übungen mit dem Delphin zu erleben. Der
Delphin zog einen an seiner Rückenflosse oder auch an seinen
Brustflossen, schob einen durchs Wasser oder tanzte mit einem. Er sprang
sogar auf Zeichen über einen hinweg. Das erste Mal seitdem wir in der
Dom Rep sind habe ich Menschen von ganzem Herzen lachen gesehen und
konnte eine fast überschäumende Stimmung fühlen. Tiere machen einem
nichts vor, sie sind wer und was sie sind. Diese Delphine erinnerten
mich an die Menschen die ich vor 10 Jahren in der Dom Rep kennen und
schätzen gelernt hatte. Da das Urlaubsgefühl erst sehr spät zu uns kam
verflogen die noch verbleibenden Tage natürlich wie im Flug und kaum
hatten wir uns so richtig eingestellt mussten wir unsere Sachen wieder
packen. Sonntag um 17.15 Uhr sollten wir vom Bus abgeholt werden. Leider
ist es üblich, dass man bereits um 12 Uhr das Zimmer räumen muss. Nun ja
für 50$ pro Person hätten wir es tatsächlich für weitere 4 Stunden haben
können. Das Devisenbeschaffungsprogramm war mal wieder aktiv. Die
All-Inklusive Bänder nahm man uns allerdings nicht ab, wir waren bis zum
Schluss in der Verpflegung. Immerhin. Für Familien mit mehreren Personen
sei hier gesagt, das Hotel stellt einen Raum mit 2 Duschen zur Verfügung
um sich reisefertig zu machen. Nur drängen sich da dann kurz vor
Abholung 10 bis 20 Personen und der Bus wird sicher nicht solange warten
können. Der Rücktransport zum Airport Punta Cana fand in einem kleinen
Mercedes Sprinter statt, nicht wie bei der Ankunft in einem großen
Tourbus. Das Gefühl trog nicht, die Urlauberzahlen hatten enorm
abgenommen. Warum die Air France einen noch zusätzlich mit dem servierten Essen zu vergiften versucht hat??? Noch eine kleine Marketing Regel zum
Nachdenken. Ein zufriedener Kunde wird 2 – 3 weitere Personen positiv
beeinflussen. Ein unzufriedener Kunde erreicht dagegen 20 – 30… R.Ey
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