Trio Pinto, Roger Humphries und Richard Dobson
Eine
gigantische Besetzung und ein ebensolcher musikalischer Genuss im Alten
Sportheim Vöhringen-Illerberg am Freitag, den 05. August 2005. Die Illertal
Cowboys hatten mit dieser Besetzung einen optimalen Griff getan, wobei Ricardo
eigentlich nur zu Gast war, um seinen alten Freund aus den 80-er Jahren Pinto
Bennett einmal wiederzusehen. Die gemeinsame Tour von Trio Pinto und Roger
Humphries sollte eigentlich nur zwei bis drei Wochen dauern, aufgrund der vielen
Nachfragen hat sie sich jedoch auf rund 10 Wochen ausgedehnt und wurde so die
neben der Kim-Carson-Tour wohl längste Europatournee einer amerikanischen
Country Formation im Jahr 2005.
In den späten 70-er Jahren hatte sich in Idaho die Country
Band „Pinto Bennett & The Famous Motel Cowboys" gebildet, mit zwei der Motel
Cowboys ist Pinto Bennett, der eigentlich den gleichen bürgerlichen Vornahmen
wie der Unterzeichner führt, jetzt im akustischen Trio unterwegs. In der
Besetzung akustische Gitarre (Pinto Bennett), Mandoline (Brett Dewey) und
Kontrabass (Bill Parsons) ist man flexibler, meint der inzwischen 57-jährige
Singer-Songwriter des Western-orientierten Idaho-Country-Music-Stils. Dieser
kommt in exzellenter Qualität rüber, eine echte Top-Formation! Das war vom
ersten Ton an zu hören und zu spüren, beste Stimmung im Saal. Toll, wie die
Gunfighter-Story „Ballad Of El Vasco", die er gemeinsam mit Brent Moyer verfasst
hat, abgeht, Untertitel „Devil’s Right Hand". Auf der neuen CD von Trio
Pinto, „A Paralax View",
ist die Nummer auch enthalten. Richard Dobson kam für einige Stücke hinzu, die
Stimmung erreichte den Höhepunkt bei „Next Year Better", „One Bar Town" oder
„White Freight Liner Blues" aus der Feder des verstorbenen Freundes von Richard
Dobson, Townes Van Zandt.
Vor dem Trio Pinto hatte Roger Humphries seinen Auftritt. Er ist ein Jahr älter als Pinto, Urgestein der britischen Musikszene. Mit Skiffle hatte alles angefangen, 1964 war er mit seiner Rock-Band Opening Act im Rahmen einer Rolling Stones Tour. Nach einer fünfjährigen Karriere als Polizist schaffte es eine irische Showband, ihn wieder in die Musikszene zurückzuholen. Es waren die Country-Titel mit viel Herz, die ihn von da an nicht mehr losgelassen hatten. Live ging’s in Illerberg ganz vielseitig zur Sache, „Help" von John Lennon in umarrangiertem Gewand, der „T.B. Blues" des Mississippi Blue Yodelers Jimmie Rodgers oder „In A Young Girl’s Mind" aus der Feder von Hoyt Axton. Roger erzählte immer kleine Anekdoten, das machte Laune.
Ein bunter musikalischer Trip der Extraklasse mit
Einmaligkeitscharakter ging nach Mitternacht doch schon viel zu früh zu Ende,
aber am
Dienstag danach
gab die Formation an gleicher Stelle ein Wiederholungskonzert und bei Radio
freeFM in Ulm hat man mich auch besucht und herrliche Live-Musik gespielt.
Bekanntlich kommen die Musiker gerne in das Clubheim der Illertal Cowboys
zurück, wo es am 20. Oktober mit Steve Gillette & Cindy Mangsen aus Vermont ein
weiteres absolutes Highlight zu erleben gibt. (Friedrich Hog)