Warme Honky Tonk Sounds gegen Unwetter
Kim Carson & Band gewinnen erneut ihre Zuhörer
LEIPHEIM
- (hog) Im gut besuchten Schützenhaus Leipheim begeisterte am
Donnerstag, den 14. August 2008 die Kim Carson Band. Die extreme
Wetterlage sorgte mit ihren Vorboten dafür, dass das Konzert nicht open
air, sondern im Saal stattfand. Dort stellte sich von Anfang an eine
einzigartige Harmonie zwischen Musikern und Publikum ein, die schon
typisch ist für Kim Carson, schließlich verbringt die Sängerin aus Texas
bzw. Louisiana jedes Jahr mehrere Monate in Europa, jeweils nicht ohne
bei den COUNTRY & WESTERN FRIENDS KOETZ 1982 e.V. vorbeizuschauen.
Wie eine alte Vertraute wird Kim Carson inzwischen beim Kötzer Verein
jedes Jahr aufgenommen, so auch am Donnerstag, als um 20.30 Uhr
pünktlich ihr Konzert im Schützenhaus Leipheim begann. Mit gewohnt
prägender Spielfreude eröffnete Kim Carson mit dem
Willie-Nelson-Klassiker „Whiskey River" den Abend, der typische Honky
Tonk Music im mid-tempo-Stil bot, wie sie in vielen Dance Halls und
Kneipen in Texas oder Louisiana zu hören ist. Getanzt wurde in Leipheim
nur am Rande, das Zuhören stand offenbar im Vordergrund. Das lohnte sich
bei der angenehmen Lautstärke und dem warmen Klang der Musik, der
schönen Stimme von Kim, und ihren Liedern mit Wiedererkennungswert. Im
„I-10 Westbound Blues" berichtete Kim von den Staus auf dem
amerikanischen Highway, der ihre Ost-West-Fahrten immer wieder
begleitet, vielleicht sollte sie sich mal ein Flugticket leisten, so
ihre Quintessenz. Mit Jessi Colter’s „I’m Not Lisa" brachte Kim eine
ergreifende Ballade über einen Mann, der von seiner Frau mit der
Realität konfrontiert wird, dass sie eben sie ist und nicht Lisa, von
der er offenbar träumt. Johnny Falstaff aus Houston, Texas, der wie im
Vorjahr die elektrische Gitarre bediente, sang u.a. „alten" Ray Price,
den Buck Owens Klassiker „Above & Beyond" und die Eigenkomposition „Shine".
Seine sehr schöne Stimme wurde mit viel Beifall belohnt, zumal er die
authentische frühe Honky Tonk Music sehr überzeugend rüberbringt. 2009
wird er im April/Mai erstmals mit eigenem Trio in Europa unterwegs sein.
Auch Ryan Donohue am
Kontrabass
sang zur Begeisterung der Gäste einige Lieder mit seiner Stimme, die
einfach nur genial „farbig" klingt. Pete Bradish am Schlagzeug hatte
sich inzwischen sehr gut in die Band eingelebt und durfte auch ein wenig
singen, er kommt aus New Orleans, Louisiana. Dieser Bundesstaat wurde
gewürdigt mit „Leaving Louisiana In The Broad Daylight" und „Going Back
To Louisiana", längst ein Kim Carson Klassiker, ebenso wie „Around The
Lakeside". Ansonsten immer wieder Honky-Tonk-Themen wie „I Only Like You
When I’m Drinkin‘", „A Couple Of Beers Behind" oder „Neon Halo": in ein
Honky Tonk geht man zum Musik Hören, Tanzen, Bier oder Whiskey Trinken,
aber auch zum Austauschen oder Vergessen von Problemen, vielleicht lernt
man ja jemanden kennen.
Für Abwechslung sorgte das schnelle „Just Because You’re Gone" und
das von Kim Carson verfasste „Burned By An Old Flame", für das Mandy
Strobel als Gastsänger die Bühne betrat, der es vor Jahren schon auf CD
aufgenommen hat. In Costa Rica hat Kim den Straßenhund „Buddy Johnson"
erlebt, als sie dort eine Freundin besucht hat, klar, dass sie dieser
Begebenheit ein Lied widmete. „Hank’s Song" erinnerte an Idol Hank
Williams und als eine der Zugaben brachte Kim „Will The Circle Be
Unbroken", mit dem sie sogar ihre Band überraschte. Die beiden
ausführlichen Sets waren wie im Fluge vergangen, werden aber bei den
Zuhörern wie immer lange positiv nachwirken, denn die erfrischende Musik
von Kim Carson und ihrer Band ist an Echtheit und Herzlichkeit kaum zu
übertreffen. Am Freitag, den 15. August ist die Formation im Four
Corners Untermeitingen zu erleben als Johnny Falstaff with special guest
Kim Carson. Kim wird im März/April 2009 mit ihrem seit 10 Jahren
parallel bestehenden Frauenquartett „The Tipsy Chicks" in Europa zurück
erwartet.