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Kötzer Country Festival erfreut sich höchster
musikalischer Qualität
27. Internationales Country Music Festival der Country Friends Kötz
Wie immer war die Veranstaltung für Musikliebhaber, Familien und
Tänzer eine geeignete Begegnungsstätte. Zwei Tanzflächen an den Seiten
ermöglichten dem konzertanten Publikum den Sichtkontakt zu Bühne. Dort
hatten am Freitag Texas Heat aus Köln zu Beginn ein genial
schönes akustisches Set mit kleinem Schlagzeug gespielt, die
Resonatorgitarre von Pit Lenz war an prominenter Stelle im Einsatz und
der klare, differenzierte Sound, auf den die Country & Western Friends
Kötz großen Wert legen, ermöglichte den optimalen Zugang zur Musik. Die
Fans waren aus weiten
Für Anja Hager, die gerade ihr Abitur macht, war ihr Geigenlehrer
Rupert Paulik an Fiddle und Mandoline eingesprungen, ein professioneller
Bluegrasser erster Güte. Wer Mary Chapin Carpenter mag, war bestens
aufgehoben und „Empty Bottle Of Wine" aus der Feder von Leadsängerin
Carina Hager und Leadgitarrist Franz Offergeld zeigte, wie die Schönheit
der Country Music auch in Deutschland in neue Lieder umgesetzt werden
kann. Überhaupt war es wieder ein äußerst harmonisches Festival, das den
Campingplatz an der Halle restlos gefüllt hat. Dort fanden etliche Jam
Sessions und musikalische Begegnungen statt, die zur Kötzer Atmosphäre
einfach dazugehören. Solche Festivals findet man anderswo nicht, wo
familiäres Zusammengehörigkeitsgefühl noch einen so hohen Stellenwert
hat. Die dritte Band am Freitag waren aus Kaufbeuren Pistol Pete’s
Dinosaur Truckers. Sie schossen mit ihrer akustischen Musik den
Vogel ab und hatten in kürzester Zeit nach ihrem Auftritt einen ganzen
Koffer CD’s verkauft. Erstmals traten sie vor solch großer
Festivalkulisse auf und sie lebten sich rasch ein. Ihre Musik hat einen
Hauch von Bluegrass, Hank Williams und Johnny Cash, kommt aber meist aus
eigener Feder. Vier junge Männer um Mitte 20 haben das Lebensgefühl
jener Zeit, als aus Hillbilly und Rhythm’n’Blues um 1950 herum sich der
Rock’n’Roll entwickelt hat, perfekt in sich aufgenommen und konnten es
entsprechend mit Spielfreude und Spielwitz wiedergeben. Das Publikum war
restlos begeistert und Mandoline, Banjo, Gitarre und Kontrabass konnten
sich in allen erdenklichen Geschwindigkeiten munter
Am Samstag ging bei idealem Campingwetter das Festival gegen 13.30
Uhr in seinen zweiten Tag. Auf dem Campinggelände neben der Halle
spielten GrassCountry unplugged Bluegrass, allerdings ohne
Mandoline und Fiddle. Sie waren um 3 Uhr im slowakischen Trnava
gestartet, um rechtzeitig in Kötz zu sein und erfreuten mit Banjo, Dobro,
Kontrabass und Gitarre die zahlreich erschienenen Musikfans. Ein kleines
Schlagzeug war für den Rhythmus zuständig und Natalia Mikuskova erwies
sich als absolut herausragende Sängerin. Das Gefühl für die Musik und
die Fähigkeiten der Musiker aus der Heimat der legendären Dopyera
Brothers sind enorm, sie können sich mit jeder amerikanischen
Topformation mühelos messen. Als sie gegen 16 Uhr in der Günzhalle
weiterspielten, u.a. das wunderschöne „Whiskey Lullaby", zeigte sich
rasch, dass der Samstag ein Publikumserfolg sein würde. Rasch füllten
sich die Plätze und Texas Heat konnten mit ihren beiden
elektrifizierten Sets Maßstäbe setzten, was sauber gespielte Honky Tonk
Music angeht. Dieser Stil der Country Music setzt eine Steel Guitar
voraus und die Fender Telecaster von Leadsänger Bernd Wolf erwies sich
einmal mehr als mehr als nur ein „Piece Of Wood", wie er in einem seiner
Lieder liebevoll über das Instrument singt. Die Band liebt
bedeutungsvolle langsame Lieder und kam in Kötz auch damit gut an, da
dort ein besonders aufmerksames Publikum Tradition ist. Dass dies den
Musikern besonders große Freude bereitet,
Zu Beginn des Abendprogramms wurde von Moderator Jürgen Merz die
German Bluegrass Music Association vorgestellt, die vor wenigen Wochen
als Dachverband für die Förderung des Bluegrass in Deutschland als
eingetragener Verein gegründet worden ist,
www.bluegrass-germany.de .
Jede Band hatte am Samstag zwei Sets, und die Pyromantics aus
Österreich erwiesen sich in jeder Hinsicht als großer Wurf. Angefangen
hatte alles ganz harmlos mit „Goodhearted Woman", am Ende ihres zweiten
Sets spielten sie um und nach Mitternacht eine gigantische Rock’n’Roll
Show, die die Leute
Ausblick: Bereits am Donnerstag, den 10. Juni erwarten die Country & Western
Friends Kötz mit David Olney und Sergio Webb ein bewährtes Duo der
gehaltvollen Art aus Nashville. Sie gastieren in einer
Kooperationsveranstaltung mit den Illertal Cowboys ab 20 Uhr in
Vöhringen-Illerberg im Alten Sportheim. (Friedrich Hog)
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