Nordamerikanische Impressionen: Lohnenswerte Ziele in USA und Kanada (1) Calgary

Über eine Millionen Einwohner zählt die Stadt, deren Name gälischen Ursprungs ist und zu Deutsch soviel wie „klares Wasser“ bedeutet. Sie ist die viertgrößte Stadt Kanadas und liegt im Süden der Provinz Alberta. Von hier aus kann man seine Rundreise in den kanadischen Westen, v. a. in die Rocky Mountains beginnen. Die bekannten Linienfluggesellschaften und einige Charterfluglinien fliegen die Stadt täglich von Frankfurt aus direkt an.

Die ersten Indianerstämme am Zusammenfluss von Bow und Elbow River lassen sich lange vor den ersten weißen Siedlern zurückverfolgen. Die ersten weißen Siedler ließen sich zu Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nieder. Dabei handelte es sich vorwiegend um raue Männer, wie Pelzhändler, Bisonjäger und Whiskeyschmuggler. 1875 wurde dann ein Polizeiposten der Royal Mountain Police eingerichtet, um den florierenden Whiskeyhandel zu unterbinden. Mit der Canadian Pacific Railway kamen nach 1883 auch chinesische Eisenbahnarbeiter nach Calgary. Die Stadt wird zunehmend ein Zentrum für Rinderzucht und Cowboys, da Viehzüchter aus den USA neues Weideland für ihre Rinder suchen. Bis heute hat Calgary sein Cowboyimage nicht verloren. Immer wieder begegnet man in der Stadt Einwohner im Westernlook. Anfang Juli findet für 10 Tage die Calgary Stampede statt, ein Festival mit der größten Rodeoshow der Welt, Straßenumzügen, Landwirtschaftsschauen, Holzfällerwettbewerben und Country Music. Über eine Millionen Besucher zählt das Festival jährlich.

Heute lebt Calgary vor allem von den reichen Ölvorkommen Albertas, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entdeckt wurden. Damit wandelte sich die Stadt zu einer Wirtschaftsmetropole Kanadas, in der die wichtigsten Mineralölkonzerne ihren Hauptsitz haben. Dieser Wirtschaftsaufschwung führte zu einem Wachstum der Stadt und einem Ansteigen der Immobilienpreise. Calgary besitzt die höchsten Lebenshaltungskosten Kanadas.

Weltweites Ansehen erhielt die Präriestadt 1988 als Austragungsort der fünfzehnten Olympischen Winterspiele. Sportlich dominieren – typisch für Kanada – Eishockey und Football.

Hauptreisezeit sind die Sommermonate, wobei die Temperaturen selten weit über die 20 Grad-Grenze gehen, da Calgary auf einer Höhe von ca. 1050 m Höhe liegt. Somit gehört Pullover oder Jacke unbedingt zur Ausstattung, wenn man die Stadt erkunden möchte.

Tipps:

  • Einen überwältigenden Blick über die Stadt erhält man vom Observation Deck des 191 Meter hohen Calgary Tower, der 1968 eröffnet wurde. Auf der Spitze befindet sich ein Drehrestaurant und für ganz Mutige seit Juli 2005 die Aussichtsplattform mit Glasboden. (www.calgarytower.com)
  • Cowboystiefel und –hüte gibt es beim 1901 gegründeten Westernausstatter Riley & McCormick.

      ( www.realcowboys.com )

Literatur:

  • Kurt Jochen Ohlhoff: Kanada – Der Westen & Alaska, DuMont Reiseverlag, 2. Auflage 2009.
  • Heike Wagner, Bernd Wagner: Kanada – Der Westen, ADAC-Reiseführer, München 2008.




 
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