FERLIN HUSKY * 03. Dezember 1925 in Flat River, Missouri † 17. März 2011 bei Nashville

Cantwell,Missouri – ein kleiner Ort, ca. 50 Meilen südlich von St. Louis, hier wurde Ferlin Husky am  03.12.1925 geboren. Seine Mutter wollte ihn eigentlich Furland nennen, aber der Standesbeamte verstand den Namen falsch und trug auf der Geburtsurkunde Ferlin Eugene Husky ein. Er wuchs dann noch etwas weiter südlich auf einer Farm (vermutlich dem Großvater gehörend) in der Nähe von Flat River auf, ca. 2 Km nordöstlich geht der Highway 67 vorbei. Hier lernte er von einem Onkel die Anfänge des Gitarre-Spielens, nachdem er das Instrument bei einem Nachbarn gesehen hatte und sein Vater es gegen eine Henne eintauschte.
Schon bald aber mußte er das Instrument zurückgeben, denn die Henne legte keine Eier und so mußte er sich das Geld für ein anderes gebrauchtes Instrument zusammen sparen. Die Schule besuchte er in Irondale (ca. 15 Meilen südwestlich von Cantwell) und nachdem er die Highschool (in Leadwood) abgebrochen hatte, ging er nach St. Louis, wo er z.T. als Truckdriver und als Stahlarbeiter ein Auskommen fand. An den Wochenenden spielte er Abends in den Honky Tonks, wo er sich etwas Geld dazu verdiente und seine musikalische Ausbildung vervollständigte. Als er 1944 eingezogen werden sollte, verpflichtete er sich für fünf Jahre zum Dienst in der (Handels)Marine – er war als Matrose auf Schiffen eingesetzt, die als Truppentransporter dienten, leistete also keinen Dienst an der Waffe, kam aber trotzdem mit Kampfhandlungen in Berührung, als sein Transporter bei der Landung in der Normandie (D-Day) bei Cherbourg eingesetzt wurde und die Schiffe für 48 Stunden dem Beschuß durch Deutsche Geschütze ausgesetzt waren. Während dieser Zeit begann er die Kameraden mit Gesang, Gitarrespiel und mit Comedie zu unterhalten. Nach der Entlassung aus dem Dienst verschlug es ihn nach Bakersfield, Kalifornien. Hier arbeitete er als DJ beim Rundfunk und unterschrieb einen Plattenvertrag beim Four Star Records Label unter dem Namen Terry Preston. Er war der Meinung, sein eigentlicher Name wäre nicht gut genug für einen Künstler. Er nahm zu dieser Zeit auch einige Songs auf, hatte aber keinen Erfolg damit.
Im Jahr 1951 lernte er Cliffie Stone, den Manager von Tennessee Ernie Ford kennen und 1952 durfte er Tennessee Ernie bei der Hometown Jamboree TV-Show vertreten, den er anschließend sogar ersetzte. Durch Stone`s Vermittlung bekam er 1953 einen Schallplattenvertrag mit Capitol, diesmal unter seinem richtigen Namen. Doch auch hier führten die ersten Aufnahmen nicht zu einem Erfolg. Zusammen mit der Sängerin Jean Shepard und dem Duett ‘A Dear John Letter’ konnte er einen ersten Country # 1 Erfolg verbuchen ( # 4 in der Pop-Chart)– der Song hielt sich wochenlang in den Single-Charts. Auch der Folgesong ‘Forgive Me John‘  (Country - #4, Pop # 24) wurde ein Erfolg. Nur Soloerfolge wollten sich noch nicht einstellen.
Immerhin aber war er schon so erfolgreich und bekannt, daß er bereits als Hauptattraktion auf Tourneen fungierte. Bei einer dieser Tourneen war auch ein junger Nachwuchskünstler mit dabei – Elvis Presley. ‘Er war so begierig zu lernen, wie man ein Publikum als Entertainer in seinen Bann zieht, daß er mich nicht aus den Augen ließ und das Gesehene heimlich hinter der Bühne übte’, erzählte Ferlin.

Erst 1955 kam mit ‘I Feel Better All Over (More Than Anywheres Else)’/’Little Tom’   der erhoffte Solo-Hit.
Auch als Comedian Simon Crum (hatte einen eigenen Plattenvertrag) kam 1955 mit ‘Cuzz You`re So Sweet‘ der erste No Five Hit. Einen noch größeren Erfolg erzielte er 1959 mit ‘Country Music is Here to Stay’ (für drei Wochen die # 2), sein größter Erfolg als Simon Crum.
In den späten 50ern hatte er dann eine ganze Reihe von Erfolgen, darunter den No One Erfolg mit ‘Gone‘ 1957 – eine ‘Neuaufnahme‘ einer Single aus dem Jahr 1952, die zu dem Zeitpunkt unbeachtet geblieben war. Im gleichen Jahr wurde sein Heimatort durch einen Super-Tornado fast gänzlich zerstört! Es war Dienstag, der 21. Mai 1957 kurz nach 4 p.m. als der Tornado durch den Ort zog und Trümmer und Verwüstung hinter sich zurück ließ. Ein Tornado, der in die Geschichte einging, der mindestens 13 Tote forderte und über 50  z.T. Schwerverletzte und einen Schaden zwischen $ 5 und 10 Millionen anrichtete.

Fast gleichzeitig mit seiner Schallplatten-Karriere begann er eine Karriere als Filmschauspieler, die beim TV begann. In dem Film ‘Mr. Rock & Roll‘ von 1957 proträtiert er sich selber. Insgesamt spielte er in 18 Spielfilmen mit, darunter an der Seite von Henry Fonda, John Carradine, Glenn Ford, Basil Rathbone, Zsa Zsa Gabor (‘Country Music Holiday‘ in 1958), Jayne Mansfield (‘Las Vegas Hillbillies‘ in 1966) und Mamie Van Doren.
Husky war einer der Ersten Country-Künstler, die einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame hatte und viele seiner Awards bekam er lange bevor es üblich wurde, die Award-Shows im Fernsehen zu zeigen.
Eines seiner persönlich empfundenen Karriere-Höhepunkte war seine Wahl als ‘Sommer-Ersatz’ für Arthur Godfrey in der gleichnamigen CBS-TV-Sendung gegen Ende der 50iger Jahre. ‚Das war für mich ein Triumpf, denn da waren doch so viele Schauspieler und Künstler, aber mich haben sie ausgewählt, seine Vertretung zu übernehmen, obwohl ich ja nicht einmal einen Highschool-Abschluß habe!‘ (Er verließ die Highschool nach der achten Klasse).
Er war auch häufig in anderen TV-Shows zu sehen, z.B. bei der Ed Sullivan Show, bei Steve Allen, Mike Douglas, Merv Griffin, Dean Martin und der Tonight Show mit Johnny Carson. Aber Ferlin hatte zeitweise auch eine eigene TV-Show. Mit seiner ‘Road-Show‘ ist er um die Welt gezogen, war in Deutschland, England, Japan, in allen Kanadischen Provinzen und in allen 50 US – Staaten.

Das von Bob Ferguson geschriebene ‘Wings of a Dove’ – ein Gospelsong - wurde zu seinem größten Erfolg im Jahr 1960 und zu einem seiner ‘signature songs’. Der No One Hit hielt sich zehn Wochen an der Spitze der Country-Single-Chart und erreichte in der Pop-Chart die Nummer 12. Husky wurde auch dafür berühmt, daß er vortrefflich andere Künstler imitieren konnte, u.A. Tennessee Ernie Ford, Bing Crosby, Johnny Cash und Kitty Wells.
Auch, wenn er keine Number One Erfolge mehr haben sollte, so konnte er dennoch etwa drei Dutzend Hits zwischen 1961 und 1972 platzieren, die größten darunter waren ‘Once’ (1967) und ‘Just for You’ (1968) – beide erreichten die # 4 in der Single-Chart.
Im Spätherbst 1972, nachdem er 20 Jahre lang für Capitol aufgenommen hatte, wechselte er das Label und ging zu ABC Records. Zwar hatte er auch dort keine ganz großen Hits mehr, aber immerhin bis 1975 noch diverse Top 40 und 1973 sogar noch einen Top 20 mit
‘Rosie Cries a Lot’. Insgesamt veröffentlichte er zwischen 1953 und 1975 49 Singles und die Gesamtzahl seiner verkauften Schallplatten beträgt über 20 Millionen!
Gesundheitlich ging es ihm ab den 70ern nicht mehr besonders gut, Herzprobleme hatten sich eingestellt. So zog er sich 1977 nach einer Herzoperation offiziell vom Showbiz zurück – kehrte aber, als es ihm vermeintlich wieder besser ging, auf die Bühne und auf Tournee zurück. Wenn er auch nicht mehr so viele Auftritte absolvierte – aber er war immer noch präsent, selbst kleinere Tourneen machte er und auch in den 2000er Jahren war er mindestens einmal monatlich irgendwo auf der Bühne. Bis in´s Jahr 2005 nahm er noch Alben auf – sein letztes Album ‘The Way It Was (Is The Way It Is)’ (2005) enthält auch zwei Duette mit der Countrysängerin/Songschreiberin Leona Williams mit der er die letzten Jahre zusammen lebte.

Im Mai 2010 wurde Ferlin Husky – spät, aber zu Recht völlig verdient in die
Country Music Hall of Fame aufgenommen. Unter Denen, die ihm dabei musikalisch Tribut zollten, waren Ronnie McDowell, The Jordanaires, Dallas Frazier, Ricky Skaggs und The Whites.
Etwas später im Jahr, am 18. Oktober 2010 wurde Ferlin durch die Stadt Leadwood (ca. 5 Meilen westlich seines Heimatortes) geehrt, indem ein Stück Highway in ‘Ferlin Husky Parkway Drive’ umbenannt wurde. Dort in Leadwood ist er  zur West St. Francois County High School gegangen, wo inzwischen Erinnerungsstücke an ihn ausgestellt wurden, u.A. sein Hall of Fame Award. Diese Ausstellungsstücke sollen dort auch verbleiben.

Ferlin Husky hat seit Mitte der 70er Jahre immer wieder unter Herzproblemen zu leiden gehabt und wurde mehrfach in Krankenhäusern behandelt. Im Jahr 1977 wurde er am offenen Herzen operiert, aber seine Herzprobleme blieben ihm bis zu seinem Tod erhalten. Im Jahr 2005 war eine weitere Herzoperation nötig und zwei Jahre später wurden ihm Blutgerinnsel aus den Beinen entfernt. Bereits im April 2009 wurde er schon wieder - und zwar im St. John's Hospital in Springfield, Missouri - wegen Herz und Lungenproblemen behandelt. Erst am 15. Juli gab ein Sprecher bekannt, daß er inzwischen wieder zu Hause - in Vienna, Missouri – sei, wo er sich von den Behandlungen erholen würde.
‘Ich habe sieben Bypasse‘, sagte er damals ‘aber ich gebe nicht auf, ich bete zu Gott und hoffe, daß es irgendwie weiter geht‘.
Am 08. März 2011 wurde er wieder in´s Krankenhaus eingeliefert, nachdem er sich schon einige Tage lang nicht wohl gefühlt hatte. Wieder waren es Herz~ und Lungenprobleme, aber diesmal konnten die Ärzte ihm nicht mehr helfen. Da er nicht im Krankenhaus sterben wollte, bat er am Wochenende (12./13.03.) entlassen zu werden und begab sich in das Haus einer seiner Töchter - Dana Stone in Westmoreland, Tennessee. Dort verschied er am Donnerstag, den 17. März 2011 im Beisein seiner Familie. Trotz all der gesundheitlichen Probleme wurde er 85 Jahre alt.
Überlebt wird er von seinen sechs Töchtern Donna Denson und Julie Smith beide aus Gallatin, Tenn., Dana Stone aus Westmoreland, Tenn., Alana Jackson, aus Hendersonville, Tenn., Jennifer Lane, von Murfreesboro, Tenn. und Kelly Wiles, die in Kanada wohnt, sowie von zwei Söhnen , David aus Post Falls, Idaho und Terry, aus Amarillo, Tex., seiner letzten Lebensgefährtin Leona Williams und elf Enkeln. Ein weiterer Sohn, Danny starb bereits 1970.
Ferlin war viermal verheiratet – andere Quellen sprechen gar von 6 oder 7 Ehen.
Mit ihm ist ein weiterer ganz großer Countrykünstler von uns gegangen, der eine schmerzliche Lücke hinterläßt!
Möge er in Frieden ruhen!
Dieter Mühlena
 

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