Interview mit Jason
Brown beim 39. CRS, 2008
Ch.L.:
Jason, Willkommen beim CountryHome Magazine.
JB: Ja, ich freue mich,
Ch.L.: Würdest du dich bitte den Lesern vorstellen, weil sie
wahrscheinlich noch nie etwas von dir gehört haben?
JB: Ich komme aus dem Mittleren Westen, aus Iowa, wo ich geboren
wurde. Mit 14 bin ich nach Texas gezogen. Hier war ich 3 Jahre lang, bin
dann aber wieder zurück nach Hause gegangen. Ich bin eben ein richtiger
Farmers Junge mit mächtigen Wurzeln:
Ch.L.: Wie würdest du die Musik beschreiben, die du machst?
JB: Ich würde mal sagen, das ist zum Auftakt Country mit
Überraschungen. Besonders wenn wir Livemusik machen, dann schlagen wir
schon mal über die Stränge. Ich würde die Musik als Pop-Country oder
klassische Countrymusic bezeichnen.
Ch.L.: Jason, du weißt, dass ich ein Charity-Projekt, das "HELP"
heißt, starte, um behinderte Kinder zu unterstützen. Ich weiß nun von
dir, dass du Erfahrungen mit behinderten Menschen hast. Kannst du uns
etwas über deine Erfahrungen sagen?
JB: Mein bester Kumpel Tate ist behindert. Er ist Tetraplegiker. Wir
beteiligen uns aktiv an den Spendensammlungen des Chrysalis Fonds. Diese
Organisation kümmert sich um die Unterbringung von Tate und seinen
Freunden. Sie sind einfach wunderbar. Sie machen so toll mit und sind
einfach beeindruckend. Man kann nur in den höchsten Tönen von ihnen
sprechen und sie loben. Sie sind so dankbar und wissen jede Hilfe sehr
zu schätzen. Sie geben dir so viel, das ist unglaublich, und sie sind so
ungemein glücklich
Ch.L.: Wie lange bist du schon im Musikgeschäft?
JB: Seit wann? Als Berufsmusiker mache ich das schon etwa 10 Jahre
lang, und richtig intensiv als Vollzeitjob seit 3 oder 4 Jahren. Ich
singe seit ich 14 war. Ich habe in der Kirche gesungen. Da hat mich
meine Großmutter gehört, sie hat sich dann ans Klavier im Wohnzimmer
gesetzt und mir das Singen beigebracht, da war ich vier.
Ch.L.: Anders gesagt, du hast unter der Dusche mit dem Singen
begonnen. (Lacht)
JB: Ja, also, mein erster Song war ‘Mansion over the hilltop’. Das
war ein altes Kirchenlied, na ja, ich weiß nicht mehr, ob mich meine
Großmutter da gehört hat. Sie hatte mich eben mal singen gehört und mich
dann unter ihre Fittiche genommen und mir das Singen beigebracht.
Ch.L.: Da gibt es so Vieles über dich zu erfahren. Kannst du etwas
mehr über dich erzählen?
JB: Meinst du so die Leute? Da geht so Vieles momentan vor sich. Die
Fans und die Radiosender, die bestimmen, was die Karriere eines
Künstlers ausmacht, weniger der Künstler selbst. Der Künstler umgibt
sich mit seinen Fans und er wird nur so weit gehen, wie er die Fans
respektiert. Ohne jeden einzelnen Fan, ohne die Sender und ohne Leute
wie du, Christian, kann der Künstler nichts ausrichten. Die Musik und
eben diese besondere Liebe müssen verbreitet werden. Sonst klappt das
nicht. Alles muss Hand in Hand gehen.
Ch.L.: Du hast ein neues Album ‘Living off the land’ draußen. Was
steckt so dahinter?
JB: Das ist die zweite CD, so zu sagen das Album im zweiten Jahr bei
Dreamland Records. Bei dieser CD konnte ich etwas mehr Einfluss nehmen,
so bei den Songs hatte ich echte Mitsprache. Daher entspricht diese CD
auch viel eher mir. Sie ist mehr vom Mittleren Westen angehaucht und hat
mehr Schneid. Dann ist das diese Liebesballade, die jeden Mann daran
erinnert, mehr Zeit mit seiner Frau zu verbringen. Ein anderer Song ist
’We’re in the same boat’. Weißt du, wie oft du schon gesagt hast: wir
sind alle im selben Boot? Da geht es um Verheiratete, die ihre Frauen
verlassen, um im See zu fischen. Sie „leben vom Land", da spielen so
viele historische Dinge und persönliche Erfahrungen hinein. Den Song
habe ich geschrieben, er ist mein einziger auf dem Album und ich bin
sehr stolz darauf. Da hatte ich mich mit anderen Songschreibern
zusammengesetzt und das geschrieben. Allgemein geht es um Bauernland,
das verkauft wird, Bauern verkaufen ihr Land für viel Geld.
Ch.L.: Das ist dein absoluter Lieblingssong?
JB: Ja, klar.
Ch.L.: Jetzt werde ich dir eine sehr komplizierte Frage stellen.
Welcher Song ist der beste?
JB: Das wird wohl mein Lieblingssong sein. Also das ist wirklich eine
gute Frage, die den Sänger hier glatt verwirrt. Ja, ‘80 acres’ ist
wahrscheinlich mein absoluter Favorit. Viele Bauern haben ihr Land
verloren. Es hat viele Jahre gedauert, bis sie ihre Wirtschaft aufgebaut
hatten und dann kommt ein schlechtes Jahr und alles ist verloren. Im
Song verkauft der Bauer seinen ganzen Viehbestand. Die Bank macht ihre
Forderungen geltend, da brennt der Bauer alles nieder (Lacht)
Ch.L.: Interessant. Wo können Fans Informationen über dich finden?
JB: Man kann zu myspace.com/jasonbrowncountry gehen oder zu
jasonbrowncountry.com und man kann sich im Fanclub anmelden. Dann gibt
es noch die Mailing List und so kann man in Verbindung bleiben.
Ch.L.: Vom Fanclub musst du mehr erzählen. Was erhalten Fans, wenn
sie Mitglied werden?
JB: Sie erhalten Bilder, T-Shirts, die sind aber anders als die
T-Shirts, die wir als Merchandising bei den Shows verkaufen. Beim
Konzert gibt es einen Rabatt auf Merchandisingartikel. Jeder Fan erhält
den NEWSLETTER, da schreibe ich auch so meine kleinen Infos für die Fans
jeden Monat.
Ch.L.: Private Telefonnummern?
JB: Nein, die gibt es noch nicht (lacht). Es ist schon interessant,
was du meinst. Wir haben wirklich darüber nachgedacht, eine
Telefonnummer für Fans anzubieten. Vielleicht bin ich dann mal am
Apparat…. Falls keiner von uns ans Telefon geht, dann kann man eine
Nachricht hinterlassen oder so. Also wir haben da schon mal drüber
nachgedacht.
Ch.L.: Das ist aber dann wohl absolute Glückssache, dich am Apparat
zu haben.
JB: Ich glaube schon. Manchmal ist es schon so, dass ich mir wünsche,
es würde mal einer anrufen. Man will dann wieder nicht, dass jemand
anruft. Ja, es würde schon reine Glückssache sein, aber ich würde
wahrscheinlich den Hörer abheben.
Ch.L.: Zum Ende unseres Interviews würde ich dich bitten wollen, uns
mal eine Geschichte von euren Touren zum Besten zu geben.
JB: Da könnte ich dir eine ganze Menge erzählen. Ich versuche, aus
jedem Erlebnis eine gute Story zu machen. Selbst wenn der Bus eine Panne
hat oder etwas läuft total verkehrt, dann soll man nichts darauf geben.
Man muss versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Somit sind
alle Tourgeschichten sehr positiv. Ich gehe gern auf die Bühne und
versuche, jede Show zu etwas ganz Wunderbarem, Einzigartigem zu machen.
Ch.L.: Das war aber ziemlich allgemein (lacht). Dann lass mich die
Frage anders formulieren. Ist dir eine Story ganz besonders im
Gedächtnis geblieben?
JB: Vielleicht damals, als ich zum ersten Male im Wild Horse Saloon
in Nashville gespielt habe. Dann siehst du die Show im Fernsehen. Wenn
man in den Saal geht und die Leute sieht, wie sie spielen, dann ist das
total anders. Wir haben Proben und das ist wie eine zweite Bühne mit dem
Auftritt, aber wenn du dann rausgehst und es heißt „Willkommen im Wild
Horse Saloon", dann gibt das einem einen richtigen Kick und du denkst
„Heiliger Bimbam, ich bin wirklich hier!"
Das ist vielleicht am aufregendsten.
Ch.L.: Danke, dass ich dich für CountryHome Magazine interviewen
durfte.
JB: Vielen Dank..
Christian Lamitschka ( Ch.Lamitschka@t-online.de )
www.MySpace.com/ChristianLamitschka