CD NEWS Februar 2010



The Paynes
Ultimate Collection, Vol. 2 + Vol. 3
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Wer sich an die einstigen Oak Ridge Boys erinnern kann und diese mochte, wird sich an der hier vorgestellten CD ergötzen. Schöne Country-Gospel-Musik, wenn auch von der modernen Art.



Beau Hinze
Undertow
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Die Untertöne hier sind tatsächlich so auffällig, dass man nicht weiss, worauf man sich konzentrieren soll: Auf die dreckige Bluesmundharmonika oder die raue Stimme des Sängers. Nun – wäre die Harp nicht, würde es sich bei Beau Hinze bloss um eine weitere Nashville-Nummer handeln, auf die man verzichten könnte. Doch Songs wie „The Moonshiner“, ehrlich und gerade, machen aus dem Künstler was Besonderes. Ein neuer Rebell geht am Outlaw-Himmel von Texas auf. Ungeschliffen, rau und offen wiedersteht Beau trotz zum Teil elektrischer Begleitung (die Harp ist verstärkt, das Snare-Drum macht einen wichtigen Bestandteil aus, im Gegensatz dazu verwendet der Junge aber auch Banjo) dem Kommerz.


 
The Forgotten Mountain Boys
It Gets Better Every Day
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Wie das Cover schon zeigt, handelt es sich bei den Forgotten Mountain Boys um eine Bluegrass-Truppe. Im traditionellen Bluegrass Stil. Wobei der Sänger einmal mehr eine Country-Stimme besitzt – doch bei den Harmonien stört das nicht. Es geht hier auch mehr um Spass an der Sache und an der gewählten Musik. Musikalisch hält die Band, was sie verspricht, ohne sich jedoch von anderen Ensembles abzuheben.



Derek Toomey
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Das Debüt-Album von Derek Toomey zeigt sich rebellisch. Ich mag die Fiddle, die mal nach Cajun klingt, mal beinahe klassisch. Selbst eine Mandoline baut Derek ein, obwohl er von Bluegrass Musik weit entfernt scheint. ‚Americana‘ ist das Label, das gut zum Künstler passt. Dabei sind mir Songs wie „Stuff“ zuwider. Keine Ahnung, wen Derek mit diesem Titel ansprechen wollte, doch ich denke, selbst für Real Country-Fans geht die Nummer zu weit. Die Schlagzeug-Becken werden zu oft eingesetzt, dazwischen prügelt der Drummer unnütz auf sein Instrument ein….. ne, danke. Dafür ist „Evangline“, eine traditionelle Cajun-Nummer, hier in Zusammenarbeit mit Jo-El Sonnier, gelungen. Vorwiegend deshalb, weil Derek nicht nur einfach eine weitere Version des Standards geschaffen hat, sondern eine völlig eigenständige. Zurück lässt der Junge trotzdem einen etwas schalen Geschmack. Einmal mehr einer, von dem man nicht weiss, wohin er sich wenden möchte und wird. Wieder einer, der in der Versenkung verschwinden wird, obwohl er Potential zeigt.



Trent Wagler & The Steel Wheels
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Ich habe mich an anderer Stelle schon negativ über progressive Bluegrass-Musik geäussert und muss vorausschicken, dass es sich anfangs auch hier um nichts anderes zu handeln schien.
Was Trent & seinen Leuten jedoch eigen ist, ist der keltische Einschlag, der viele Nummer auszeichnet. Der bezaubert. Ansonsten sind mir aber Songwriter-Stücke, etwa „Alaska“, die nach Steve Earle klingen, bedeutend lieber als der Bluegrass-Sound der Steel Wheels. „Kiss Me Like A Stranger“ zeigt, wie schön ein Stück sein kann das verstärkt, ein typischer, unauffälliger New Country Song wäre. Aber nicht in den Händen der Steel Wheels. Dort wurde er zu einer Ausnahme-Nummer. Mit viel, viel Tiefe.
Zusammenfassend muss ich sagen, dass sich die Steel Wheels wohl über ihren Sänger, Trent Wagler, identifizieren lassen. Er bringt Leidenschaft, aber auch Ecken und Kanten in die Band ein und macht sie zu etwas ganz, ganz Speziellem. Hierfür steht z.B. „18 Wheeler“, ein dreckiger, schlichtweg genialer Blues.


Celtic Stew
Only Son
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Keltik hat’s mir schon immer angetan. Und darum geht’s auch hier. Die irischen Flöten, das Tempo und die Harmonien nehmen mich von Anfang an für sich ein. Mit Country hat die CD zwar nicht mehr viel am Hut, dafür mit Folk. Macht ja nich‘, oder? Keltische Musik – mal rassig, mal sentimental. Aber immer gut.


Danny Dawson
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Danny Dawson hält sich ganz an sein Vorbild, Charlie Pride. Und an Chet Atkins, der einst den Nashville Sound erfand. Den hat Danny Dawson intus. Der Chor, Schlagzeug, Steelgitarre und elektrische Gitarre tun das ihrige dazu, meine Ansicht zu bestätigen. Etwas zu süss – so, wie Tritt und Konsorte anfangs geklungen haben.


The Lonesome Gamblers
Love and murder train
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Wie zärtlich Country Musik sein kann, machen die Lonesome Gamblers klar. Den Eindruck erzeugt nicht nur ihr Gesang, sondern auch die akustische, musikalische Begleitung. So fein ist die Band, dass automatisch eine eher düstere, beinahe depressive Stimmung aufkommt. Darüber täuschen allerdings Titel wie „This Train Is Bound For Glory“ hinweg – glücklicherweise. Bekannten Songs zollt die Band mit „This Land Is Your Land“ (Woodie Guthrie), „Wayfayring Stranger“ oder „Angel Band“ Tribut. Vor allem Letzteres wiederspiegelt noch einmal deutlich die sanfte Seite der Lonesome Gamblers.



Fiddlin‘ Frenzy
Cookie Maniac
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Dieser Tonträger wurde eigens für Fiddle-Liebhaber geschaffen. Der Produzent verdeutlicht anhand seines Tonträgers, wie viel man mit dem Instrument erreichen und wie unter-schiedlich Fiddle klingen kann.
All dies bietet die hier vorgestellte instrumentale CD aus Kanada.


Weldon Henson
Trouble for Me
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Web-Seite: www.weldonhenson.com/

Weldon geht mit seiner Stimme um, wie ich’s mir von allen Country-Sängern wünsche. Selbstbewusst, temperamentvoll, rassig und gleichzeitig leidenschaftlich. Keine Ahnung, wie lange der Honky Tonker aus Texas brauchte, um sein Talent so gut zu beherrschen. Er macht’s klasse, das ist sicher. So kann ich denn bei keinem seiner Sampler irgendeine Schwäche ausmachen. Selbst dann nicht, wenn die gewählte Tonlage etwas zu tief für ihn ist („The Good Time Are Still Yet To Come“). Und ich sag’s einmal mehr: Das hier könnte auch ein Dale Watson. Allerdings scheint der das Interesse an solchem Gesang schon lange verloren zu haben. Dabei ist er das einzig Richtige. Und das einzig Wahre. Hut ab vor Weldon Henson!

Anspieltipp: „A Heartache For Me“. Aber passt auf, dass Ihr nicht schmilzt, Ladies!!!


Jake Hooker
The Outsider
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Web-Seite: www.jakehookermusic.com/

Und weil’s so schön ist, gleich noch einmal ein Honker Tonker der Superklasse. Auch Jake Hooker kommt aus Texas. Songs wie „Here I Am“ sind wunderschöne, sentimentale Nummern, abgelöst von rassigen Stücken wie „I’m Gonna Act Right“. Ich habe einmal von einem berühmten Bluegrasser gelesen, dass er langsame Nummern nur zur Abwechslung einfliessen liess und nicht etwa, weil er sie mochte. Texaner scheinen umgekehrt zu denken. Gott sei Dank. Gibt’s was Tolleres als „These Two Eyes“? Für mich nicht. Ohne Steelgitarre, Fiddle, ohne todtraurigen Gesang, sprich: Ohne Honky Tonk wär‘ ich unglücklich. Gut, gibt’s da Sänger wie Jake Hooker. Und wen wundert’s? Selbst Jake’s Web-Seite spricht für seinen guten Geschmack.


Robb Bledsoe
If That House Could Talk
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Rebb Bledsoe bietet hier Songs an, die klingen, als hätte er sie, nur von einer Klampfe begleitet, auf der Veranda gesungen. Die Produktion, z.B. bei „The Music Flows Freely 'Neath the Old Oak Trees“, einem Bluegrass-Stück, klingt manchmal, als wäre sie eher zufälligerweise, denn gewollt zustande gekommen. Doch das sollte keinen davon abhalten, hier ‚reinzuhören. Der Junge kann ‚was. Dafür sprechen Titel wie „An Eye For an Eye“. Wie gesagt: Die Produktion könnte besser sein – aber wäre sie das, kämen nur wenige an das ‚ran, was Robb Bledsoe aus Illinois hier zum Besten gibt.


John Schmid
A Tribute To Johnny Cash
Erhältlich bei:
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Ein ausgezeichnetes Tribut an den Mann in Schwarz. Gelungen ist zu wenig gesagt.


Jim Hilmar
Just Noodlin‘
Erhältlich bei:
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Sehr jazzig, swingend, erweist sich Jim Hilmar. Was Jim die ganze CD hindurch begleitet, ist der Witz, der auch das Cover seiner CD wiederspiegelt. Jim Hilmar ist ein ausgezeichneter Jazz Gitarrist, ein Könner seines Fachs. Trotzdem: Jim Hilmar’s Stil ist Geschmacksache.


 

Mark Jackson Band
A Real Charmed Life
Erhältlich bei:
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Die Mark Jackson Band zeigt sich gegenüber den Country Musik Trends zwar aufge-schlossen, jedoch nicht so modern, um die elektrischen Instrumente über den Gesang zu stellen. Das gefällt mir, auch wenn die Orgel störend wirkt. Sagen wir’s so: Die Mark Jackson Band liegt noch in meinem Akzeptanzbereich. So mag ich denn Songs wie das Getragene „Goodnight Sweet World“. Auch dem modernen „Out at the edge of Town“ kann ich einen gewissen Charme nicht absprechen.

Dessen ungeachtet liegen mir Nummern wie „Never Come Back The Same“, das dank ausgezeichneter Mundharmonika über allen Zweifel erhaben sind, weit mehr.


The Easy Leaves
Erhältlich bei:
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Die Weary Boys waren ihrer Zeit voraus. Finde ich zumindest. Dass sie Nachahmer haben würden, davon wagte ich nicht mal zu träumen. Die Easy Leaves schliessen sich nahtlos an den Sound, dessen Fundament Bluegrass Musik machte, der ehemaligen Austiner Band an. Zwar kann es der Sänger nicht mit Mario Matteoli aufnehmen, doch er gibt sich alle Mühe. Die Harmonien arten meiner Meinung nach etwas aus. Ich denke, sie wären besser, würden sich die Sänger nicht so verzweifelt anstrengen. Aber Ecken und Kanten gehören zu dieser Musik. Und gut Ding braucht Weile. So wünsche ich den Jungs etwas mehr Übung, dass mir die Ohren bei Nummer wie „For The Darkness“ nicht mehr schmerzen. Das Talent ist da. Die Band braucht nur etwas Zeit.


Bretton Woods
I Wanna Work for an NGO
Erhältlich bei:
www.cdbaby.com (Sampler)
Web-Seite:
www.developingcountry.org/ bzw. www.myspace.com/brettonwoods

Betton Woods bedeutet Spass. Viel Spass. So viel, dass man bei den Stücken, die ohnehin sehr melodiös ausfallen, nicht umhin kann, lauthals mitzuträllern. Akustische Country Musik mit politischen Themen hat nie besser geklungen. Man spürt, dass Bretton Woods für Menschlichkeit und soziale Veränderungen steht. Und das, ohne ein Wort der Lyrik verstehen zu müssen. Das Banjo, das Dobro und das Waschbrett unterstreichen Bretton’s Gesang. Schade, bietet der Künstler hier nur 5 Stücke an. Auf jeden Fall darf man sich auf eine vollständige CD freuen.

Übrigens stammt der Name Bretton Woods vom Ort, wo die Weltbank und die IMF gegründet wurden. Europäisch also? Ganz richtig. Die Band kommt aus Oslo, Norwegen.



The Turnpike Bandits

Good of the Bad/ Bad of the Good

Die Turnpike Bandits hätten in einer Dukes-Reihe auftreten können. So sehr klingen sie nach der Titelmelodie von Waylon („Just Two Good Ol‘ Boys“). So bieten sie denn elektrische Trucker-Songs, rebellisch und temperamentvoll, inklusive Barrelhouse-Piano und viel Rock’n’Roll.

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Jenee Halstead

Hollow Bones
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)
Web-Seite: www.myspace.com/jeneehalstead

Sollte Jenee Halstead so aussehen, wie sie klingt, muss sich die Männerwelt hüten. Mal direkt, äusserst erotisch, dann zärtlich und zerbrechlich zeigt sich das Mädchen auf ihrem Tonträger. Dabei wühlt sie sich durch sämtliche Stile (Rockabilly, traditionelle Country-Musik, Blues, Folk) und macht nicht mal von Surf-Sound, der von Nick Cave beeinflusst zu sein scheint, halt. Begleiten lässt sich Jenee von Mundharmonika, Pedal Steel, feinem Snare-Drum, akustischer Gitarre und zurückhaltender Fiddle. Gerade mal 5 Stücke fasst das Werk von Jenee Halstead. Auf eine vollständige CD kann man gespannt sein. Eine extrem talentierte Sängerin. Eine neue Stimme am Americana-Horizont. Und eine, die man gehört haben muss.




I See Hawks in L.A.
Shoulda Been Gold
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Ich habe mich gefreut, als ich sah, dass die Hawks wieder eine neue CD anbieten. Denn gut sind sie allemal, die Jungs. Die Musiker verbessern sich von mal zu mal. Hier klingen sie ein wenig wie Chris Isaak (beim Titeltrack), dann nach Nashville („Humboldt“), bloss um beim nächsten Stück deutlich zu machen wie schön Harmonien, akustische Gitarren und ein eingängiger Refrain sein können. „Raised By Hippies“ ist nicht nur amüsant, sondern auch toll mit dem Snare-Drum – obschon ich dem Gesang nicht viel abgewinnen kann. Mein Lieblingssong ist
Laissez Les Bon Temps Roulet“ (mit Carla Olson). Für mich schlägt ein Akkordeon manch anderes Instrument. Vor allem dann, wenn es, wie hier, die Bayous und ihre Stimmung 1:1 wiedergibt.


Chris McLernon
Restless Ramblin' Man
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Chris McLernon’s Musik hat grosses Potential. Egal, ob akustisch an der Klampfe, begleitet von einer zarten Pedal Steel, einer weiblichen Stimme und echt feinem Schlagzeug bei „These Old Whiskey Blues“ oder der rassigen Eröffnungsnummer „Restless Rambling Man“: Man mag ihm zuhören, kann sich auf ihn konzentrieren, ja geht in ihm auf. Dabei scheint Chris immer entspannt, zu Hause bei dem, was er tut, sehr selbstsicher. Gesanglich hat der junge Mann so seine Schwächen, doch man versteht ihn ja auch nicht als Sänger, sondern als Songwriter und da lässt man doch viel mehr durchgehen, oder nicht???? Chris arbeitete sich mittels traditioneller Country Musik, bei der ich immer eine feine Prise Cajun mitschwingt, durch sämtliche Songs. Er beweist Witz, erweist sich aber auch als Philosoph und Träumer oder Romantiker, ganz wie ihr wollt. Bei „Old Log Cabin“ zeigt Chris, wo er herkommt (aus der Bluegrass Musik), bei „Down River Road“ wohin er nicht mehr möchte. Ein toller Schlusspunkt, über den man noch lange nachdenkt. Ein todtrauriger Waltz, der ins Gemüt geht. Und dort bleibt.



Gene Morrison
Looking Back
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Auch Gene Morrison ist ein talentierter Musiker. Stark vor allem bei den sentimentalen Duetten, fällt er durch die sprechende Mandoline auf. Und auch wenn der Mann eher für den traditionellen Stil steht, würde ich ihn zur Americana zählen, nicht unbedingt zum Bluegrass. Dafür ist seine Stimme zu rau, zu eckig und sein Stil zu einzigartig. Ein schöner Tonträger, der sich, wie ich meine, vor allem durch die Mandoline hervortut. Denn die kann Gene Morrison (wenn er’s denn selber ist) spielen (oder spielen lassen). Und wie.



David Williams & The Wildgrass Band
The Crazy Kind featuring Kristin Murray
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Kristin Murray ist eine hervorragende Sängerin – was sie hier ausreichend beweist. Denn sie gibt alles. Kein Wunder, kann der männliche Sänger nicht mithalten. Song wie „You’re Gonna Lose Her“ oder das swingende „Cheyenne“ sind überflüssig. Lückenbüsser, vermutlich.  Auch wenn letzteres Western Swing Fans entzücken dürfte. Mit ihren 15 Songs kann man die CD so richtig geniessen – zumal ein jeder anders ist. Am Eindrücklichsten kommt Kristin’s Stimme bei Songs wie „Kitchen Table“ zur Geltung. Hier hält sie beinahe einen Monolog. Der Titelsong, begleitet von Mandoline, ist ein Duett ganz im traditionellen Country-Stil. Das Stück wiederspiegelt die Gruppe am Ehesten.



Thick As Thieves
The Dogs Have Fleasa
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

CD Baby hat die Musik dieser Truppe bestens zusammengefasst: ‚Eine Mischung aus Bluegrass, Ragtime & Blues‘. Und das alles Akustisch. Thick As Thieves zeigen sich sehr jazzig, aber auch sehr begabt. Erinnert ihr Euch an Sänger, die klangen, als würden sie durch ein Megaphon singen? Dieser hier klingt genauso. Und zaubert ebenfalls ein Lächeln auf mein Gesicht. Denn amüsiert hat mich das schon immer. Und originell finde ich’s heute noch. Aber Achtung: Die Spielfreudigkeit und das Können der Band darf dadurch nicht vergessen werden. Denn: Hier sind Genies am Werk, Leute.


Paul Friedman & Jody Kruskal
Paul & Jody
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

Als hätte ich’s gewusst, habe ich mich bereits vorstehend über das Akkordeon (na ja, eigentlich handelt es sich um eine Concertina) und seine Faszination ausgelassen. Nun. Hier wird sie deutlicher. Denn hier gibt’s nur das Akkordeon, die Fiddle und Gesang. Wobei die Keltik voll durchkommt. Genauso der schräge Gesang, der sich manchmal ganz schön arg von der Melodie entfernt. Aber die beiden sind so ‚anders‘, das man nicht umhin kann, sie zu mögen. Und für ihre Musikalität zu bewundern.


Stan Bronson
Down From The Mountain / Cowboys & Indians & Mormons
Erhältlich bei: www.cdbaby.com (Sampler)

"Storysänger" Stan Bronson ist ein einmaliger Geschichtenerzähler und Country Folksänger. Er stammt aus der legendären „Four Corners“ Last Frontier Region Amerika’s (=Utah / Arizona / Colorado / New Mexico).
Seit über 50 Jahren zupft Stan seine Gitarre.
Hier zeigt er sein Können mittels einer 2-CD fassenden Box, bestehend aus der LP "DOWN FROM THE MOUNTAIN" (1966) aufgezeichnet und "COWBOYS & INDIANS & MORMONS" (1987 aufgezeichnet).
All songs on this Double Album CD are based on true stories from the people, places and history of America's Last Wild West Frontier.

Übrigens wurde der Song "GREEN GRASS OF HOME" ursprünglich von Stan Bronson komponiert und auch gesungen. Es versteht sich von selbst, dass dieses Stück hier nicht vergessen wurde.

Ganz ehrlich. Es ist schon einige Zeit her, seit ich den Atem beim Anhören einer CD angehalten habe. Ist aber hier geschehen, liebe Leser. Unglaublich, diese glasklare, lupenreine Stimme, die allen heutigen Sängern und Sängerinnen zeigt, was es heisst, ein Country-Interpret zu sein. Und sie alle meilenweit hinter sich zurücklässt.

Ich glaub’s einfach nicht, was ich hier höre. Und bin froh, dass ein Kunstwerk käuflich ist.


Bobby Osborne
Bluegrass & Beyond
Erhältlich bei:
www.bobbyosborne.com/shopping.html

Ganz ehrlich: Die Osborne Brothers waren die ersten, die mich für Bluegrass begeisterten. Und hier beweist meiner Meinung nach Bobby Osborne mit der neuen Band, The Rocky Top X-Press(seit Januar wieder mit Tim Graves), weshalb. Bobby‘s unwiderstehliches Singen, die Songauswahl, die mehrstimmigen Refrains und die Instrumentierung beweisen einmal mehr, wieso gerade die Osborne Brothers für viele die Besten sind. Nun – die Eagles waren nie mein Fall. Aber irgendwie hat mir der Song „Girl From Yesterday“ trotzdem gefallen. Oder besser: Die Lyrik. Jetzt habe ich beides: Einen guten Song von einem meiner grossen Idole. Unglaublich schön, unglaublich gefühlvoll – wie’s eben nur Bobby Osborne kann. Und selbst, wenn man sein Alter bedenkt, lebt man bei „You Can“ mit, glaubt dem Mann jedes Wort, empfindet wie er und spürt die Traurigkeit in der Stimme.
Eddie Rabbit’s Original „Drivin‘ My Life Away“ kenne ich nicht. Dafür die tolle, einmalige Rockabilly-Version von Sonny Fisher. Bobby’s Version, ebenfalls rassig gehalten, ist auch nicht ohne. So könnte ich nicht sagen, welchen Artisten ich hier bevorzuge. Marty Stuart und Conny Smith haben sich am sentimentalen Gospel „What Would You Give In Exchange For Your Soul“ beteiligt und damit wieder einmal ihr Talent bewiesen. Auch die Vincent’s (Darrin & Rhonda) mischten mit und zwar bei „After The Fire Is Gone“.
Fazit: Einmal mehr hat der Meister einen exzellenten Tonträger geschaffen. Klar, er unterscheidet sich von den Osborne Brothers aber das darf er auch. Das einzige, was ich echt zu bemängeln habe, ist das mickrige Booklet. Darin wird lediglich Bobby’s Geschichte zusammengefasst, die Lyriken fehlen, die Notizen zu den einzelnen Songs sind mager. Wohl aus Kostengründen hat man es so einfach wie möglich gehalten.